Der Chemiker Prof. Hellmuth Walter
experimentierte nach 1933 mit Raketentriebwerken für U-Boote und
Torpedos, auch ein Staustrahlrohr (Lorin-Düse) wurde untersucht.
Dann entwickelte Walter die ersten Startraketen für Flugzeuge,
zunächst eine kleine mit Wasserstoffsuperoxyd,
Preßluft-Förderung und einem Katalysator, ein so genannter
"kalter" Raketenmotor, der nur ein überhitztes Gasgemisch
entwickelte. Die Flugerprobung, in Zusammenarbeit mit DVL in den
Jahren 1936/37 erfolgte mit einer He 72, ein größeres Gerät
unter einer Fw 56. In den Jahren 1938/39 lieferte Walter für
Peenemünde kleine Raketentriebwerke auf
Wasserstoflsuperoxyd-Basis von 120 kp Schub für 15 s, für kleine
Freiflug-Raketenmodelle. Ähnliche Geräte wurden auch für
Seeminen gebaut, die vom Flugzeug abgeworfen wurden und
Bremsschub zur Verminderung der Fallgeschwindigkeit erzeugten.
Das kleinste gebaute Gerät leistete 10 kp und lieferte, an einer
Tragfläche befestigt, ein Störmoment bei Trudelversuchen. Um
höhere Schubleistungen zu erhalten, ging Walter dann zum
"heißen" Raketentriebwerk über. Prof. Walter arbeitete nach dem
Kriege in den USA weiter. |