Ingenieur Franz Xaver Mehr, der 1915 bei Gustav
Otto in München-Oberwiesenfeld den Pilotenschein Nr. 1300
erhielt, entwickelte in den Jahren 1926 bis 1929 in
Friedrichshafen am Bodensee verschiedene Gleit- und
Segelflugzeuge sowie den Leichtflugzeug-Tiefdecker Me III mit 16
PS DKW, oder 18 PS Ursinus Motor. Ein besonderer Wurf wurde das
Hochleistungs-Segelflugzeug Me IV Typ Friedrichshafen, das in
einer kleinen Serie aufgelegt und besonders in Vorarlberg
erfolgreich geflogen wurde. Am 01.04.1933 berief Herr Jörgen
Skafte Rasmussen der Firma DKW, Ing. Mehr in das neu gegründete
Eisen- und Flugzeugwerk Erla GmbH nach Erla im Erzgebirge, wo
ein neues Leichtmotorenflugzeug mit wassergekühltem 20 PS DKW
Motor, die Me V, gebaut wurde und eine verbesserte Variante des
Seglers Me IV entstand (siehe Bild').
Bei der Ausgliederung der Flugzeugabteilung in
die Firma Erla Maschinenwerk GmbH in Leipzig am 18. Juli 1934
wurde Mehr zum Leiter der Konstruktions- und Änderungsabteilung
ernannt. Die verbesserte Me 5a ging als kunstflugtaugliches
Kleinflugzeug in Erla in Serie. Obwohl sich die Firma Erla in
ihrem Entwicklungsprogramm ganz auf Leichtflugzeuge einstellte
und Mehr einige hervorragende Konstruktionen schuf, wurden zur
Erweiterung der Produktion Lizenzaufträge hereingeholt. Folgende
Muster standen auf dem Bauprogramm: 1935 - 24 Arado Ar 65, 1936
- 80 Heinkel He 51, 1937 - 76 Arado Ar 68, 1937 - 106 Go 145,
1941 - 223 DFS 230, sowie 1940 bis 1943 - Bf 110 Flächensätze,
1937 bis 1945 ca. 11.000 Bf 109; weiterhin begonnene Endmontage
der Focke-Wulf Ta 152.
|