Das Ausgangsprojekt, von der Entwicklungsgruppe unter
Leitung von Prof. Herbert Wagner entworfen, wurde 1941 dem RLM
als Hs 297 vorgestellt. Obwohl anfangs abgelehnt, wurde es
später, 1943, wieder aktiviert und ihm höchste Priorität
zuerkannt. Die Entwicklung wurde Ing. Hennei übertragen und
erhielt die neue Bezeichnung Hs 117. Es handelte sich um eine
funk ferngelenkte Fla-Rakete mit einem Kampfkopf, der mittels
codiertem Funksignal zur Explosion gebracht wurde. Um die
Produktion zu beschleunigen, wurde die erste Serie nicht mit
Annäherungszünder ausgestattet. Ihr Einsatz war daher auf
Tageseinsatz mit guten Sichtverhältnissen beschränkt. Sie war
speziell vorgesehen für direkten Beschuss von Flugzeugen, die in
niedriger und mittlerer Höhe angriffen. Um die Reaktionszeit zu
verringern, wurde die Rakete von einer umgebauten 37 mm
Flaklafette abgeschossen, unterstützt von zwei
Feststoff-Beschleunigerraketen. Der Gesamt-Abschussschub
erreichte 3.300 kg. Zur Zielverfolgung diente das Funkmesssystem
Kehl/Strassburg. Zwischen 1. Mai und Ende November 1944
erfolgten 21 Probeschüsse, die in gesteuertem Flug Höhen von
11.000 m erreichten. Im Mai 1944 wurden verschiedene Probeflüge
mit der Hs 117 H durchgeführt. Mit dem Prototyp Nr.28 gelang der
erste erfolgreiche Start mit Eigenantrieb mit dem neuen
BMW-Triebwerk 109-558. Sie sollte als Vergeltungswaffe unter der
Bezeichnung "V-3" eingesetzt werden, wurde aber von der
Kommission unter Leitung von SS-Obergruppenführer Kammler
abgelehnt. Der Name V-3 war für ein auf Mimoyecques
stationiertes Ferngeschütz reserviert, so dass die
Weiterentwicklung der Hs 117 infolge fehlender Mittel
eingestellt wurde. Im Januar 1945 hatte Dr. Wagner ein
verbessertes Modell entworfen, das SII Projekt, viel schneller
und in zwei Größen herstellbar, Variante SIIa und SIIb. Man
plante eine Massenproduktion, schwankend zwischen 150 Einheiten
im März 1945 und 3.000 im November desselben Jahres. Tatsächlich
wurde nicht ein einziger "Schmetterling" an reguläre
Flakeinheiten geliefert. |