Bei der BV 143 handelt es sich um einen mit
einer kleinen Walter-Rakete ausgerüsteten Gleittorpedo, der zum
Einsatz gegen Schiffsziele bestimmt war. Es war vorgesehen, dass
das mit einem Infrarot-Zielsuchkopf "Hamburg" ausgestattete
Projektil etwa 5 bis 7 km vom Ziel entfernt von einem
Trägerflugzeug abgeworfen und im automatisch gesteuerten
Sinkflug auf das Ziel zu gleiten sollte. Aus der geneigten
Gleitflugbahn sollte die BV 143, bevor sie in das Wasser
eintauchte, kurzzeitig Schub aus dem Raketenmotor erhalten und -
dicht über der Wasseroberfläche - noch einmal kurz in den
Steigflug übergehen. Für die Umsteuerung auf die neue Flugbahn
bei der geringsten Wasserberührung wurde ein mechanischer Fühler
entwickelt, der aber nicht befriedigte. Weitere Versuche mit
einer normalen Barometerdose schlugen ebenfalls fehl. Erfolg
versprach nur ein elektrisches Höhenlot, welche aber seinerzeit
noch nicht zur Verfügung stand. Weitere Versionen mit neuen
Ausrüstungen wurden getestet. Die A-2 hatte doppelte
Schwanzflossen und vertikale Stabilisatoren an den Flügelspitzen
äußerlich ähnlich der L 10. Sie war außerdem mit einem
Doppelkammer-Raketentriebwerk (für Marsch- und für
Hochgeschwindigkeit) ausgerüstet und hatte statt des nach unten
ragenden Gelenkarms einen äußerst zuverlässig arbeitenden
Funkhöhenmesser.
(Bild oben; BV 143 V-1, Bild unten; He 111, TH+HV mit BV 143 A
und untergehängtem Behälter, und anschließendem Test) |