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| Junkers
Flugzeug- und Motorenwerke AG, Dessau |
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| Die Junkers-Motorenentwicklung reicht sehr weit zurück. Bereits
1893 entwickelte Hugo Junkers zusammen mit Oechelhöuser den ersten Gegenkolben-Gasmotor.
1907, als der Dieselmotor sich noch nicht durchgesetzt hatte, erhielt Junkers das
grundlegende Patent Nr.220124 über die Schweröl-Verbrennungskraftmaschine mit zwei
gegenläufigen Kolben, und 1913/14 lief der liegende Mo3
Vierzylinder-Zweitakt-Versuchsmotor dieser Art mit Petroleum-Einspritzung auf dem
Prüfstand. Neben der eigenen Weiterentwicklung begann 1914 bei Doxford in England die
Entwicklung des Junkers-Schiffsgroßmotors. In Dessau lief 1917 der Versuchsflugmotor EFO
II (Fo 2) auf dem Prüfstand, ein liegender Sechszylinder-Zweitaktmotor. Junkers hatte
auch als erster den überbemessenen Motor vorgeschlagen zur Steigerung der Höhenleistung
und hierzu die Patente Nr.300007 und 377901 erhalten. Nach dem 1. Weltkrieg nahmen die
Junkers-Werke 1923 den Bau von Flugmotoren auf, um den eigenen Bedarf für die von ihnen
gebauten Verkehrsflugzeug zu decken. Gleich darauf begann man auch die Entwicklung des
Gegenkolben-Flugdiesels und 1926 lief der Schwerölflugmotor Fo3 auf dem Prüfstand, der
jedoch bis zur ersten Verwendung 1932 im Frachtdienst noch Schwierigkeiten bereitete. Im
Junkers-Forschungsinstitut unter der Leitung von Prof. Otto Mader wurde eine große breit
angelegte Forschungs- und Entwicklungsarbeit über alle zusammenhängenden Fragen auf dem
Gebiet des Flugmotorenbaues betrieben, angefangen von der Werkstoffauswahl über die
Schwingungsdämpfung von Kurbelwellen, Fernwellen-Antrieb bis zur Motoraufladung mittels
Abgas-Turbolader und nicht zuletzt die Grundlagen für den Strahlturbinenbau. Daneben
wurden eine Reihe von Aggregaten geschaffen, wie z. B. die Wasserwirbelbremse,
Freiflugkolben-Kompressor und Kraftstoff-Förderpumpen, mit letzteren zeitweilig alle
Flugzeuge der Lufthansa ausgerüstet waren und die nach 1934 auch im Rennwagenbau
dominierten. Prof. Otto Mader verstarb am 9. September 1944. Anfang 1939 begann man mit
der Entwicklung von Strahltriebwerken und im Juli 1939 erhielt das Werk vom RLM den
Auftrag, ein Strahltriebwerk von 600 kp Schub zu bauen. Leiter dieser Entwicklung war
Dr.Anselm Franz, der Leiter der Vorentwicklung für Strömungsmaschinen. Außer den
Erfahrungen im Bau von Flugmotoren-Gebläsen und Abgas-Turboladern waren zwei weitere
Vorarbeiten richtungsweisend, nämlich die guten Ergebnisse mit einem kleinen,
vielstufigen Axialgebläse, von der AVA Göttingen berechnet und mit einem Jumo 210
erprobt wurde, und das seit 1936 unter strenger Geheimhaltung von Prof. Wagner eingeleitet
und von M. A. Müller im Motorenzweigwerk Magdeburg entwickelte kleine Strahltriebwerk.
Dieses Versuchstriebwerk, bei dem die Gase bereits in der Turbinendüse vollkommen
entspannt wurden und eine übliche Schubdüse nicht vorhanden war, konnte wegen dieser
Besonderheit nicht zum selbständigen Lauf gebracht werden und 1938 die Entwicklung
abgebrochen werden musste. Unter der Leitung von Obering Böttger begannen die
Konstruktionsarbeiten im Oktober 1939, erster Probelauf des gesamten Triebwerks am 11.
Oktober 1940. Erste Vollgas-Schubmessungen am 28. Januar 1941 ergaben 430 kp Schub.
Schwierigkeiten bereiteten vor allem Brüche der Verdichterbeschaufelung, der Gehäusering
über der Turbine verzog sich, außerdem musste der Turbinenleitapparat im Querschnitt
etwas vergrößert werden, um das Abreißen des Luftstromes im Verdichter zu vermeiden.
Nach diesen Verbesserungen erreichte man beim ersten 10-Stunden-Lauf am 22. Dezember 1941
600 kp Schub. Bereits im Januar 1942 konnte kurzzeitig ein Standschub von 1000 kp erreicht
werden, am 15. März darauf erfolgte der erste Flug, unter dem Rumpf einer Me 210 angebaut
und am 18. Juli 1942 folgte der erste Start in der Me 262. Es schien geschafft, doch um
schneller zum Ziel zu kommen, hatte man hochwertige Sparmetalle wie Nikkel, Kobalt,
Wolfram verwendet, die für einen Serienbau aber nicht zur Verfügung standen. Bereits
1941 hatte man daher mit der Umkonstruktion für den Serienbau der Jumo 004 B begonnen und
eine grundsätzliche Umstellung auf geringste Verwendung all dieser Sparmetalle
vorgenommen. Durch Kühlung und Formgebung der Blechteile mussten nun die erforderlichen
niedrigen Temperaturen für einen Dauerbetrieb erreicht werden und die Blechteile aus
gewöhnlichem Tiefziehmaterial konnten nur durch Aufsintern einer Aluminiumschicht, gegen
Oxydation geschützt, erfolgreich verwendet werden. 1944 nochmals aufgetretene
Turbinenschaufelbrüche, hervorgerufen durch Grobkembildung der Tinidur-Schaufeln beim
Schmieden, konnten durch einen verbesserten Schmiedevorgang behoben werden. |
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Schwerölmotor (600 PS)

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| 1 Spülluftverteiler |
6 Spülgebläse |
| 2 Einspritzplumpe |
7 Kühleranschluß |
| 3 Öl- Eintritt in Schwingungsdämpfer.. |
8 Kühlwasserpumpe |
| 4 Elastische Welle |
9 Ölpumpe |
| 5 Öl- Eintritt in obere Kurbelwelle |
..10 Öl- Eintritt in untere Kurbelwelle.. |
| 1 |

Einbau
von Jumo 205 Motoren in eine Junkers Ju 52 ( Frühes Baujahr )

12 Zylinder Vergaser V-Motor (680PS)

Junkers Jumo 211 A-1
12
Zylinder Einspritz V-Motor (1000 PS)
Wartung des Jumo 211 an einer Junkers Ju 88

12 Zylinder V-Motor (1750 PS)

Wartungsarbeiten
am Jumo 213 A bei einer Fock-Wulf Fw 190 D-9 "Langnase"

Strahlturbine (830 kp)
a |

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| a |
| a1. Stirnring |
19.
vorderes Verdichterlager |
| a2. Schmierstoffbehälter |
20.
Drehzahlregler |
| a3. Stirngehäuse |
21.
Verdichterläufer |
| a4. Geräteträger |
22.
Kraftstoffilter |
| a5. Verdichtergehäuse |
23.
hinteres Verdichterlager |
| a6. Schubregler |
24.
Muffel |
| a7. Zündgeräte |
25.
Heizkammereinsatz |
| a8. Bediengestängehebel |
26.
Schlitzmischer |
| a9. Tragmantel |
27.
Heizkammer |
| a10. Aufhängung |
28.
Einspritzdüse |
| a11. Düsennadelverstellwelle |
29.
Sammler |
| a12. Schubdüse |
30.
Leitkranz |
| a13. Kraftstoffringbehälter |
31.
Turbinenläufer |
| a14. Riedel-Anlasser |
32.
vorderes Turbinenlager |
| a15. Einspritzpumpe |
33.
hinteres Turbinenlager mit Schmierstoffrückförderpumpenaa |
| a16. Abzweiggetriebe |
34.
Düsennadelvertsellgetriebe |
| a17. Schmierstoffpumpen |
35.
Düsennadel |
| a18. Schmierstoffilter |
36.
Düsennadellagerung |
| a |
| Junkers Ju 88 als Erprobungträger für Junkers Jumo 004 |

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| Wurde unter anderem in Ar 234 und Me 262 eingebaut |
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