Wie bei allen Luftstreitkräften der Welt, so wurde auch bei der Luftwaffe
von Anbeginn der Aufstellung fliegender Verbände an die Forderung nach einem
wirkungsvollen Tarnanstrich für Militärflugzeuge erhoben. Dieser Anstrich sollte
einerseits das Flugzeug auf den Abstellplätzen, also am Boden, und zum anderen während
des Fluges vor schnellem erkannt werden schützen. So wurden vom RLM im Zusammenwirken mit
den Einsatzverbänden und den Flugzeugwerken die so genannten Sichtschutzanstriche
entwickelt, die anfangs einfarbig, später unter Verwendung mehrerer Tarnfarben den Zweck
einer wirksamen Tarnung erfüllen sollten.
Übersichtspläne über die genaue Einteilung der einzelnen Farbsegmente
auf den Flugzeugen enthielten die vom Herstellerwerk ausgearbeiteten Flugzeughandbücher.
Das Flugzeug, das vom Werk in diesem festgelegten Tarnschema an die Truppe geliefert
wurde, sollte dabei nach Reparaturen an der Zelle und den Tragwerken anhand dieser Pläne
wieder seinen ursprünglichen Tarnanstrich erhalten. In den ersten beiden Kriegsjahren
wurden bei der Truppe ausgetauschte Flugzeugteile auch gemäß diesen Vorschriften wieder
in den Originalfarben nachgespritzt.
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Primärfarben |
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70
schwarzgrün
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71
dunkelgrün
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Sekundärfarben |
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21
weiß
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22
schwarz
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27
gelb
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23
rot
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Lappen, Schwämme, Spritzpistolen, Schablonen, Anstreicherbürsten und
Pinsel, dazu die nötigen Farbtöpfe waren die Utensilien, mit denen die Staffelmaler den
vom Werk überflogenen neuen Maschinen zu leibe gingen, um sie den jeweiligen
Tarnerfordernissen der Liegeplätze oder Einsatzgebiete anzupassen. Es war vorauszusehen,
dass der serienmäßige Segmentanstrich nicht auf allen, weit verteilten
Kriegsschauplätzen das 'non plus ultra' an Sichtschutz für die Flugzeuge sein konnte,
ein Grund, der Truppe weitgehend Freiheiten bei einer intensiven Tarn-Nachbehandlung ihres
Flugzeugparks zuzugestehen. Da hierbei dem Einfallsreichtum der Einheitsführer, der
Piloten und dem Bodenpersonal keinerlei Grenzen gesetzt waren, ist es schwer eine
allgemeingültige Zusammenstellung solcher inoffizieller Tarnschemen auszuarbeiten. Gegen
Ende des Krieges schließlich konnte von einem einheitlichen Standard-Anstrich keine Rede
mehr sein. Es wurden dann die gerade greifbaren Tarnfarben in den ursprünglichen Anstrich
hineingespritzt, so dass Ölflecken, Abgasruß und Tarnanstrich oft nicht mehr voneinander
zu unterscheiden waren.
| Farbtonkarte
nach LDv 521 - Sowie Rekonstruktionen und Innenanstrich |
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00
wasserhell
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01
silber
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02
RLM grau
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04
gelb
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05
elfenbein
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21
weiss
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22
schwarz
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23
rot |
24
dunkelblau |
25
hellgrün |
26
braun |
27
gelb |
28
weinrot |
41
seidegrau |
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42
gerätegrau |
61
dunkelbraun |
62
grün |
63a
grüngrau |
63b
lichtgrau |
64
lichtblau |
65
hellblau |
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66
schwarzgrau |
67
dunkeloliv |
68
hellolivgrün |
69
lichtloh |
70
schwarzgrün |
71
dunkelgrün |
72
grün |
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73
grün |
74a
grüngrau |
74b
grüngrau |
75
mittelgrau |
76
lichtblau |
77
weissblau |
78
himmelblau |
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79a
sandgelb |
79b
sandbraun |
80
olivgrün |
81a
braunviolett |
81b
braunviolett |
82
dunkelgrün |
83
hellgrün |
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| Der
Anstrich für Segelflugzeuge |
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Der Schutzanstrich für Segelflugzeuge war bis ins Jahr 1934 nicht
festgelegt. Das Furnierholz, gestrichen in honigfarbend, dunkles Mahagoni oder
elfenbeinfarbend, war hier die meist angewandte Variante. Ab ca. 1935 gab es für jede
Landesgruppe des DLV Farbvorschriften, das die Segelflugzeuge zweifarbig zu lackiern sind.
Mit der 'Farbtafel für den Anstrich von Segelflugzeugen' von der NSFK, mit deren
Gründungsjahr 1937, wurde der Schutzanstrich für Segelflugzeuge neu standalisiert. Die
Farbtafel enthielt Muster von sechs Farbtönen. Der Anstrich in diesen Farben wurde bis
Kriegsende beibehalten, wobei mit Einzug der zunehmenden Bombadierung Deutschlands, auch
die Segelflugzeuge meist provisorische Tarnanstriche in den zuvor aufgeführten Anstrichen
für Motorflugzeugen, erhielten. Da sich die Tarnschemen für Segelflugzeuge i.d.R. nur
auf den Einsatz im Reichsgebiet beschränkten, wurden sie auch nicht in den
'Anstrich-Jahres-Kategorien' (links im Auswahlmenue, z.B. 1941-1944) aufgeführt. |
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