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Flugabwehr der Nachtjagd
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In der Gesamtluftverteidigung des Reiches, neben der Heimat Flak Peripherie der Großstädte, fiel der Jagdwaffe die Aufgabe zu, die Luftherrschaft sicherzustellen.  Benannt nach dem General der Nachtjagd, Josef Kammhuber, erschloss sich ein Verteidigungssystem, die zuletzt über 1000 Kilometer lange 'Kammhuber Linie', die sich von Dänemark bis Ostfrankreich erstreckte. Diese bestand aus Funkmessstellungen und Jägerleitflugplätzen, Flakbatterien und Flugwachen, die alle telefonisch mit Jägerleitstellen verbunden waren.

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Nachtjagd Verfahren
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Eine Jägerleitstelle

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'Helle Nachtjagd' »Henaja«

Die erste Art des Nachtjagd Verfahrens, war die sog. 'Helle Nachtjagd'. Zu ihrer Durchführung wurde von Schleswig-Holstein über Hamburg, Bremen, Ruhrgebiet bis Metz ein sogenannter 'heller Gürtel' eingerichtet, welcher aus mit akustischen Horchgeräten versehenen Scheinwerferstellungen bestand. Die einzelnen Nachtjäger suchten nach Alarmierung durch die Flugwachen ihre jeweils zugewiesenen Warteräume bei LW-Funkfeuern auf und durften erst auf Lichtzeichen der Scheinwerfer ('Lichtdom' aus zusammenlaufenden Scheinwerferkegeln) die so gekennzeichneten feindlichen Einflugzonen aufsuchen, wobei die Scheinwerfer versuchten gegnerische Flugzeuge zu erfassen und für die Nachtjäger zu beleuchten. Da die Bewölkung aber besonders im Industriegebiet nur selten unter 6/10 Bedeckung absank, waren der Wirksamkeit des Verfahrens von vornherein Grenzen gesetzt. Ab Oktober 1940 wurden die ersten Funkmessgeräte ('Würzburg A') als Ersatz für die akustischen Geräte verfügbar, wobei aber auch organisatorisch große Anlaufschwierigkeiten zu überwinden waren. Trotzdem waren die Abschusserfolge der 'hellen Nachtjagd' (= 'Henaja') nur gering, da die gegnerischen Flugzeuge entweder in ihrer Gipfelhöhe anflogen und dann den nur 35 km breiten Gürtel im Sturzflug durchstießen oder aber ihn im Norden oder Süden umflogen.

'Fern Nachtjagd'

Die Fernnachtjagd 'Lange Kerle', welche von zwei (später drei) mit Ju 88 C-2 bzw. C-4 (und auch einige Do 17 Z) ausgerüsteten Staffeln praktiziert wurde. Diese Nachtjäger flogen möglichst unbemerkt zusammen mit rückflutenden Gegnern zu deren Einsatzbasen in England und versuchten die sich dort sicher fühlenden Bomber bei der Landung abzuschießen. Da die Erfolgsmeldungen für nicht glaubwürdig befunden wurden und auch die Luftwaffe im August 1941 total überlastet war, wurde die hauptsächlich mit derartigen Einsätzen betraute I.N.J.G.2 nach Sizilien und Afrika verlegt. Von diesem Zeitpunkt an fanden (mit nur kaum nennenswerten Ausnahmen) keinerlei Angriffe mehr auf gegnerische Flugplätze in England statt, so dass dort der Ausbau und der Betrieb bis zum Kriegsende ohne jegliche Störung durchgeführt werden konnte. Nach Gen.Kammhubers Ansicht war das einer der folgenschwersten Fehler der deutschen Führung.

'Kombinierte Nachtjagd' »Konaja«

Bei der kombinierten Nachtjagd, die als kräftemäßige Konzentrierung in bestimmten Lufträumen vorgesehen war, wurden neben der Führung der Jäger (ähnlich 'Himmelbett' Verfahren, jedoch ohne eigene Bord-Radargeräte), auch Scheinwerfer und Flak durch das System Freya und Würzburg geführt. Bei diesem Verfahren, gab es eine Zonen- bzw. Höheneinteilung, um nicht die eigenen Jäger von der Flak zu erfassen. Das Verfahren der kombinierten Nachtjagd jedoch, funktionierte nicht zufrieden stellend, da es oft durch falsch eingeschätzer Luftlage des Flakdivisionsführers, zum Abschuss eigener Jäger kam.

'Dunkle Nachtjagd' »Himmelbett«

Die ortsgebundene Nachtjagd 'Himmelbett', welche im Sommer 1941 eingeführt und weitgehenst bis Kriegsende beibehalten wurde, legte folgendes Verfahren zugrunde: Groberfassung anfliegender Feindverbände, kann dicht nebeneinander fliegende Maschinen nicht einzeln, sondern nur insgesamt erfassen und Höhe feststellen, wohl aber die Entfernung und Anflugrichtung. Freya erfasst den anfliegenden Flugzeugpulk auf weite Entfernung, löst Alarm aus und "übergibt" den Feindverband an den Würzburg-Riesen Nr.1. Gleichzeitig hat der Würzburger-Riese Nr.2 einen sofort nach der Alarmierung gestarteten Nachtjäger im Strahl und führt ihn dem feindlichen Flugzeugpulk entgegen. Der Jägerleitoffizier am Boden hält Sprechfunkverkehr zum Nachtjagd-Piloten und korrigiert dessen Kurs nach dem ihm vorliegenden Radarbild. Ist der Nachtjäger nahe genug an das Feindflugzeug heran gekommen, sucht er selbst mit dem bordeigenen Lichten-Gerät den Feind und greift ihn an, sobald er ihn klar auf dem Bildschirm erkennt.

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'Zahme Sau'

Die Verfolgungsnachtjagd 'Zahme Sau' zur Bekämpfung des Gegners mit starken Kräften unter Verwendung von Nachtjagdsuch- und Zielgeräten bis zur Reichweite der Jagdflugzeuge unter der Grobführung mit dem Y- oder Erstling-Weitführungsverfahren bzw. durch Funkreportage. Bei der 'Y-Führung' (Jagd) wurden die mit Y-Geräten ausgestatteten deutschen Flugzeuge von der Jägerleitstellung angemessen und unter Durchgabe von Kurs und Entfernung an den mit dem Funkmessgerät erfassten Feindverband herangeführt. In geschlossenen Verbänden diente ein Flugzeug als Messflugzeug. Die Reichweite der Y-Führung war von der Flughöhe abhängig. Sie reichte bei 1.000 m Flughöhe etwa 100 km und bei 6.000 m Flughöhe etwa 250 km weit. Zur 'Erstling-Weitführung' (Egon-Führung) diente am Boden ein Freya-Gerät und an Bord des Jägers das Kenngerät FuG 25a (Erstling). Bei großen Flughöhen betrug die Reichweite theoretisch bis zu 1.000 km, praktisch etwa 250 km. Der Pilot wurde vom Jägerleitoffizier im Funksprechverfahren in den feindlichen Bomberstrom eingeschleust, um dort von einer günstigen Position aus mit Hilfe der Nachtjagdsuchgeräte anzugreifen. Das 'UKW-Peilverfahren' wurde angewendet, wenn keine Y- oder Erstling-Ausrüstung vorhanden war. Dabei gab der Flugzeugführer etwa 15 Sekunden lang ein Peilzeichen mit dem FuG 16. Durch Kreuzpeilung am Boden wurde der Standort des Flugzeugs bestimmt. Mittels Tastfunk wurde er zum anzugreifenden Objekt hingeführt. Beim 'AN-Verfahren' ermittelte der Jägerleitoffizier im Freya-Gerät den Kurs des Nachtjägers und des Feindflugzeugs und im Würzburg-Gerät die Flughöhe, so daß er dem Piloten über Funkspruch die exakten Kursbefehle übermitteln konnte. Die Heranführung an den gegnerischen Verband konnte also im Y-Verfahren oder auch mit Hilfe von drehbaren UKW-Leitstrahlen »Knickebein«, »Zyklop-Feuer« und später mit Rundsuchanlagen »Jagdschloss«, erfolgen.

'Wilde Sau'

Die helle Objektnachtjagd 'Wilde Sau' bei direkter oder indirekter Ausleuchtung der feindlichen Flieger durch Flakscheinwerfer. Einsatz von einmotorigen Tagjägern, da die Ausleuchtung der Feindflugzeuge gut sichtbare Silhouetten abzeichnete, und somit gut auszumachende Ziele waren. Jedoch, waren die einmotorigen Tagjäger kaum blindflugtauglich, sodass unerfahrene Piloten bei Start und Landung schon Ausfälle verursachten. Das bekannteste Jagdgeschwader der 'Wilden Sau', war das JG 300.

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Boden Anlagen
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"Seeburgtisch"

Auswertung der Information vom Würzburg-Gerät

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Darstellung vom "Seeburgtisch"

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Farbige Lichtstrahlen machten ein Abfangen des Feindes möglich:
rot für einen feindlichen Jäger
blau
(oder auch grün) für einen eigenen Jäger

»Würzburg D FuSE 62«

Flakortungsgerät »Würzburg D« mit zusätzlichen Dipolantennen von FuG 221a »Rosentdaal-Halbe«  zur Erfassung von Rückwärts-Warngeräten »Monica« in englischen Bombern.

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»Würzburg Riese FuSE 65«

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....................1 Rotierender Dipol 5 Spiegelträger....
....................2 Parabol Spiegel 6 Kippgestänge
....................3 Leonardsatz 7 Antriebsritzel
....................4 Betonfundament 8 Lüfter
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Ortsfest und Eisenbahn

Verwendungszweck: Jägerführungsgerät sowie Höhenmessgerät-Flugmeldegeräten
Suchbereich: Seite mechanische Schwenkung um 360°
LuftArchiv.de Höhe mechanische Schwenkung von -5° bis +95°
Reichweite: Suchen 80 km
LuftArchiv.de Peilen 50-60 km
Entfernungsmessgenauigkeit:   +/- 100 m
Peilgenauigkeit: Seite +/- 0,2°
LuftArchiv.de Höhe +/- 4/16°
Gewicht: 15 t
Größe: Höhe 7,9 m
LuftArchiv.de Breite 7,5 m
Störfestigkeit: k.A.
Kennung: keine

Links »Würzburg A«, Mitte Funkmessstellung »Freya-Fahrstuhl FuSE 80«, rechts »Würzburg D«

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Ortsfest

Verwendungszweck: Höhenmessgerät
Suchbereich: mechanische Schwenkung um 360°
Reichweite:
Flughöhe: Reichweite:
2000 m 65 km
(Abhängig von der Flughöhe 6000 m 160 km
und der Aufstellungshöhe) 8000 m 185 km
LuftArchiv.de 10000 m 230 km
Entfernungsmessgenauigkeit: +/- 200 m
Peilgenauigkeit: Seite 1,5°-2°
LuftArchiv.de Höhe abhängig von der Flughöhe und Entfernung des Zieles
LuftArchiv.de Höhe zwischen +/- 50 m und +/- 1000 m
Gewicht: 17 t
Größe: 20,3 m
Störfestigkeit: 2 Streuwellen ( 1,80 m und 2,80 m )
Kennung: keine
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»Jagdschloss FuMG 404«

GEMA/Siemens FuMG 404, Rundsuchanlage, Frequenz 120-158 bzw. 158-250 MHz, Leistung 30 kW, Reichweite/Umkreis 100 km

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Horch- (Ringtrichter-Richtungshörer) geräte

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Lichtkegel des Flakscheinwerfers

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Scheinwerfer-Batterien suchen den Nachthimmel ab

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8,8 cm Geschütze feuern in den Nachthimmel

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